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Editorial
Journal 2001 |
Académie Suisse du vin |
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Le millésime 2001
BÜNDNER HERRSCHAFTDie Weinernte 2001 beträgt 18‘700 hl. Dies entspricht 2,5 Millionen Flaschen Wein. Damit liegt die Ernte 13 Prozent unter dem zehnjährigen Mittel. Die Qualität ist hervorragend: Der Riesling x Silvaner erreicht 82 Grad Öchsle und der Blauburgunder 99 Grad, den höchsten Wert. Die ausgezeichnete Qualität ist den kleinen Erträgen und dem goldenen Oktober zu verdanken. Witterungs- und VegetationsverlaufDas Wetter - ein Auf und AbDie Witterung war gekennzeichnet durch einen milden Winter, einen prächtigen Mai, einen wechselhaften Sommer und Herbst sowie einen goldenen Oktober. Der Januar war allgemein mild und teilweise föhnig. Die Monate Februar, Marz und April waren mild und nass. Schnee fiel selten bis in die Niederungen. Und wenn, dann blieb er nicht lange liegen. Das Thermometer fiel nie unter minus 8 °C. Dafür regnete es oft. Im Februar waren es 121 mm Regen, im Marz 164 und im April nochmals 126 mm. Die Reben erwachten im April aus ihrer Winterruhe und erreichten je nach Lage das Grunpunktstadium zwischen dem 5. und 28. April. Sie profitierten im Mai, einem wahren Wonnemonat, vom sonnigen und warmen Wetter. Die jungen Triebe entwickelten sich schnell. Erlesen war angesagt, es gab alle Hände voll zu tun. Am 31. Mai brachen sturmartige Winde viele Schosse ab. Und es fielen riesige Regenmengen: Maienfeld verzeichnete dabei mit 40 mm innert zehn Stunden den Rekord. Diese böenartigen Regengüsse gingen zum Teil in leichten Hagel über. Die Witterung hatte im Juni unterschiedlicher nicht sein können. Die Wetterstationen verzeichneten grosse Temperaturschwankungen. Die tiefsten Werte lagen um 5 °C, die höchsten Temperaturen bei 29 °C. Am 10. Juni verzeichnete Zizers mit 76 mm Regen einen rekordverdachtigen Wert. Und schliesslich hagelte es am 13. Juni leicht in Maienfeld und Jenins. Zum Glück entstanden kein nennenswerten Schaden. Der Juni war zu Beginn nass und kühl, erst im letzten Monatsdrittel sonnig und warm. Blute unter ungünstigen BedingungenDie Reben blühten ausgerechnet in dieser wechselhaften Zeit und dementsprechend fiel das Resultat aus. Wahrend die frühen und mittleren Lagen bei regnerischem und eher kühlem Wetter verblühten, profitierten die späteren Lagen von besseren Bedingungen. Die unterschiedlichen Blühbedingungen führten zu unterschiedlichen Beerengrössen. Die Blüte war von mittlerer Dauer. An der Fläscher Halde, einer frühen Lage, dauerte sie vom 7. bis 24. Juni und in mittleren Lagen vom 13. bis 29. Juni. Beerengrösse und Anzahl KerneDie Trauben waren dieses Jahr aussergewöhnlich in Bezug auf die Beerengrösse und die Anzahl Samen. Es fiel auf, dass ein und dieselbe Traube unterschiedlich grosse Beeren aufwies. Die Grösse reichte von stecknadelgrossen «Schneebeeren» über mittelgrosse bis zu normal entwickelten Formen. Gemäss Literaturangaben enthalt jede Beere maximal vier Traubenkerne, in der Regel jedoch durchschnittlich zwei Kerne. Und normalerweise besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Samenzahl und Beerengrösse: Beeren mit mehr Samen sind grösser, doch nicht in diesem Jahr. Es gab grosse Beeren mit lediglich einem Traubenkern, es gab auch kleine Beeren mit zwei Kernen. Was war passiert? Vermutlich spielte die Witterung wahrend der Blüte eine wichtige Rolle,indem sie die Produktion des Hormons Gibberellinsäure beeinflusste, welches fur das Beerenwachstum verantwortlich ist. Dies führte dazu, dass einzelne Samen entweder übermassig viel Gibberellinsäure produzierten oder während der Beerenentwicklung abstarben. Lausiger Juli - Hitze im AugustDer Juli war kühl und regnerisch um die Monatsmitte. Zwischen dem 7. und 24. Juli fiel beinahe täglich Regen. Erst gegen Ende des Monats zeigte sich der Sommer. Der August präsentierte sich hochsommerlich warm mit viel Sonnenschein. Unvergessen waren die Höchsttemperaturen vom 2. August. Fläsch verzeichnete dabei mit 37 °C im Schatten den Rekord. Und trotzdem musste es wieder regnen. Am 4. August registrierten die Wetterstationen zwischen 60 und 80 mm. Denkwürdiger HerbstDie Trauben reiften im September kaum. Sonne und Warme fehlten. Darauf folgte ein goldener Oktober. Die Reben nutzten die Gunst der Stunde, die Blätter assimilierten und die Trauben profitierten. Der Föhn, auch als Traubenkocher Page principale → Journal 2002 → Le millésime 2001 |